Von Manila nach Coron
Der Flug von Koror nach Manila war pünktlich unterwegs. Wir landeten sogar 20 Minuten früher als vorgesehen. Wunderbar dachte ich mir, so kann ich gleich noch ein paar Schritte durch die berüchtigte Stadt Manila machen.
Die Zollformalitäten waren mal wieder Formsache, denn mein roter Pass – der fast schon als eine Art Ticket ins Paradis gehandelt wird, wie mir viele Reisende sagten – half mir bei meiner Einreise in die Phillipinen sehr. Ich wurde an allen anderen vorbei an den Diplomatenschalter gebeten. Warum weiss ich nicht genau, aber mit etwas Charme, einer Prise Humor und eben dem roten Pass kann man an einem Flughafen um ca. 23:30 Uhr sehr vieles erleben.
Als ich ein Taxi wollte, wurde ich schon sehr früh angesprochen. «Privattaxi», ein speziell günstiges Angebot. Ok, schau’mer mal… Als ich dann den Preis hörte, dachte ich unter einem Lamborghinis oder Rolls-Royces kann das Auto doch nicht sein.
Der Kerl wollte mir doch sage und schreibe PHP 2’800.00 oder umgerechnet CHF 53.00 für 3.5 km Fahrt abnehmen!
Also ging ich zurück zum reguläre Taxistand und bezahlte PHP 650 (ca. CHF 12.50), nicht schlecht dachte ich. Die machen das gut für ca. 3.5 km… aber nicht mit mir.
Am Abend, nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, wollte ich Manila bei Nacht erkunden. Aber in dieser Umgebung hatte ich mit meinem Schuhwerk keine Chance, noch ein Gute-Nacht-Bier zu ergattern. Denn mit Flip-Flops in eine Bar zu kommen, ist in dieser Umgebung chancenlos.
Hotel in Manila
Aber wenigstens wusste ich, dass nichts passieren kann. Denn mehr Polizei, die bis an die Zähne bewaffnet patrouillierten, hatte ich bis anhin nur in Filmen gesehen. Ich wurde auf der Strasse von allen angegrinst. Ich nehme an die wussten, dass niemand in dieser hochpreisigen Gegend der Stadt Flip-Flops trägt, ausser eben ein Neuankömmling…
Manila ist gut bewacht
Am nächsten Tag wurde ich vom Hotel an den Flughafen gebracht, für CHF 2.00. Also wurde alles immer günstiger, warum auch immer.

Ich liebe es unterwegs zu sein! Dass ist, so denke ich, das Schönste am Reisen. Einfach weiter. Auch dieser Flug verlief ohne Zwischenfälle und ich war pünktlich um 16:00 Uhr in Coron, wo ich in einem Restaurant mir der Skipperin abgemacht hatte.
Meine Skipperin

Segelboot Manta
Ein kleines Segelboot ca. 28 Fuss mit drei Kabinen. Ich hatte mit ihr abgemacht, dass sie mich nach El Nido bringt, mit Zwischenstopps auf wunderschönen Inseln und Sehenswürdigkeiten, die es zwischen meinem Start und dem Ziel eben geben würde. Die Adresse hatte ich von einem Australier, der Isabelle vom Tauchen kannte, erhalten.
Während dieser Woche hatte ich einiges gelernt, was das Tauchen anbelangt. Ich hatte am Ende der Überfahrt 4 Tauchgänge mehr auf meiner Erfahrungsliste, eine Kletterpartie in einer Grotte und einen Hot Spring, den nur Ortskundige kennen können.
Aber alles schön der Reihe nach.
Nachdem wir Coron am Abend besuchten und die Backpacker-Szenerie genossen hatten, segelten wir am nächsten Tag in eine nahe gelegene Bucht und besuchten zwei Seen. Im einem der Seen durften wir nur schnorcheln, aber das war Hammer! Steil abfallende Klippen mit glasklarem Wasser… Der See ist ungefähr 300m tief und hat ca. 90% Süsswasseranteil.






Am nächsten Tag der erste Tauchgang in den Phillipinen. Wir tauchen in einen See ab, welcher an der Oberfläche um die 24 Grad Wassertemperatur hatte. Als wir dann abtauchten und die wunderbaren Tierchen wie Lurche und andere sehr spezielle Wassertiere beobachteten, wurde es immer wärmer.
Auf ca. 22m hatten wir eine Wassertemperatur von 38 Grad erreicht. Ein ganz neues Tauchgefühl. Auf ca. 60m Tiefe kocht das Wasser, aber das wäre dann «too much», also sind wir nach 45 min, bei einer Maximaltiefe von 24m wieder aufgetaucht. Natürlich wie es sich gehört, mit einem Safety Stop von 5min auf 5m Tiefe.



Tags darauf sind wir Richtung El Nido losgesegelt und haben in einer paradiesischen Bucht geankert. In dieser Zeit bin ich massiv mehr geschwommen als gelaufen, was sich auch positiv auf meinen Bauchumfang auswirkte ;-))).

Die beiden Tauchgänge an den folgenden Tagen waren Frack Tauchgänge auf ca. 30m Tiefe. Ich weiss, ich weiss, viele Männer finden es superspannend Frack Tauchgänge zu machen, aber in dieser Hinsicht bin ich wohl eher feminin. Fische, je grösser desto lieber, sind viel eher mein Ding.
Die beiden Schiffe mit einer Länge von 160m und einer Höhe von 30m sind bzw. waren Transport- und Nachschubschiffe der japanischen Föderation während des zweiten Weltkrieges. 







Der letzte Tauchgang war dann noch ein Fisch- oder Korallen-Tauchgang auf ca. 12m Tiefe was grossen Spass gemacht hat.
Für alle «Nichttaucher»: Die meisten dieser Fische habe ich bereits beim Schnorcheln gesehen.







Als wir da so richtig entspannt durch die Tiefe getaucht sind, gab es plötzlich einen riesen Knall. Da ging eine alte Mine hoch oder sonst was, dachte ich erschrocken… Wurde dann aber aufgeklärt. Es gibt viele Fischer die Dynamit beim Fischen einsetzen. Ohne Worte….
PS: Auf Palau habe ich einmal ein Hai von Nahem gesehen und dies ebenfalls beim Schnorcheln… ein weiterer Trost für alle Nichttaucher.
Die Klettertour am letzten Morgen, vor der Ankunft in El Nido, hat mir richtig gut getan. Wir erkundeten während einer Stunde eine Höhle und deren Stalaktiten und seilten uns einige Meter tief ab. Am Abend genossen wir eine weitere Hot Spring direkt am Meer, diese gehört aber zu einem Resort.





Als wir am 5. Tag El Nido erreichten hatten, war ich ehrlich gesagt froh wieder an Land zu kommen. 5 Tage See ist für mich genug…
Ach ja, das Essen an Bord war wunderbar. Von Rösti (die Skipperin kommt aus der Westschweiz, also schaufelten wir den Röstigraben zu, obwohl ich nun weiss warum es ihn gibt…) über Lasagne und Cordon bleu, übrigens das Zweitbeste, dass ich je hatte. Ich denke, die exotische Umgebung half dem Cordon bleu kräftig mit, eine meiner Leibspeisen nach Herzenslust geniessen zu können.




Früchte Regal an Bord
Garten an Bord
In El Nido angekommen hatten wir relativ starken Seegang und die Skipperin war etwas gestresst. Auf jeden Fall war ich, wie gesagt, froh in El Nido zu sein. Ich wollte im gleichnamigen «Adrian Inn» ein Zimmer buchen, dieses hatten aber kein Zimmer mehr frei und so halfen mir die Einheimischen ein Zimmer zu finden. Ein wunderbares Gefühl Willkommen zu sein.
Meine Unterkunft
Meine Nachbarn
Als ich am späteren Abend einem Filipino eine Zigarette erschnorrte, lud dieser mich ein mit ihm mitzugehen. So lernte ich El Nido schnell und vor allem «Mittendrin anstelle nur dabei» kennen.



Am nächsten Tag schrieb ich dann völlig Entspannt und leicht übermüdet meinen ersten Filipinen-Blog-Beitrag.
Die Tage auf El Nido genoss ich mit «Eifach sii». Keinen Plan zu haben, ausser zwei Tage später nach Puerto Princess weiter zu reisen war eine tolle Abwechslung. Ich habe viel geschlafen und gefeiert und machte entspannte Backpacker Ferien.







Weiterreise nach Puerto Princessa


Puerto Princesa ist nicht sehr, hmm wie soll ich sagen, sexy, aber ich hatte Glück mit dem Hotel. Der Pool auf dem Dach bot mir eine tolle Gelegenheit morgens wach zu werden. Ich hatte mein Zimmer ca. 20 m neben dem Pool. Herrlich!
Am zweiten und letzen Tag in Puerto Princesa, ging ich auf Entdeckungsreise und genoss die Ebbe die ganz spannende Tiere zum Vorschein brachten.





Auf nächsten Tag machte ich mich auf den Weg, nochmals die Stadt Manila zu besuchen. Eine fantastische Stadt mit sehr vielen Gegensätzen. Von Hightech zu absoluter Armut zu Superreich, alles da…

Lieber Adrian tolle fotos und super schöne Bilder und Kommentare geniesse es vielen Dank bis zum nächsten mal und tschüss Theo und Heidy
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