Papua-Neuguinea

Reisen mit Schiff, Bus und Flugzeug in PNG

Am 12.1.19, nachdem wir eine wunderbare Zeit am oberen Sepik-Gebiet verbrachten, fuhren wir über die Wasserstrasse mit unserem Guide ca. 4 Stunden durch den Regen zurück. Dann nochmal ca. 4.5 Std. mit einem Kleinbus zurück nach Wewak. Die Reise war nicht gerade ein Vergnügen, dennoch ohne Zwischenfälle und in Begleitung von Einheimischen gut zu überstehen.

Das Sepik-Gebiet ist eine wunderbare naturbelassene Region mit Eingeborenen die einen als Weisse bezeichnen und mit grosser Distanz begegnen. Aber auch von einer Herzlichkeit geprägt, welche in unseren Gefilden kaum mehr zu finden ist.

Begegnung auf der Rückfahrt.

Am nächsten Tag reisten wir auf Empfehlung unseres Reiseunterstützers von Wewak nach Mount Hagen. Gemäss seiner Info könnten wir von da aus das Hochland besuchen und die Stadt Mount Hagen mit ihren Kulturgütern bestaunen.

Airport Wewak

Leider wurde dann aber nichts daraus, denn als wir den Airport von MH verlassen wollten, wurden wir sehr direkt und unmissverständlich darauf hingewiesen, dass es für uns lebensbedrohlich sei, die Flughafenregion zu verlassen.

Aufgrund dessen buchten wir noch auf dem Flughafenareal ein Zimmer im grössten Hotel der Stadt. Dahin wurden wir liebenswürdigerweise von einem Flughafenangestellten, der auch ein Bus organisierte, ins Hotel begleitet.

Das ist kein Gefängniseingang sondern das Tor in das empfohlene Hotel.

Hoteleingang

Weil es Vanessa zu diesem Zeitpunkt nicht optimal ging, buchten wir zwei Tage im Hotel Highlander für ca CHF 160.- die Nacht ohne Frühstück. Das Hotel durften wir auf Hinweis des Hotelpersonals nur auf eigene Verantwortung verlassen, bzw. bis an die Pforte gehen, wie im Bild.

Nun stellte sich die Frage, wie wir weiter kommen. Nach langem Hin und Her beschlossen wir, die Reise mit dem regulären Bus zu unternehmen. Wir wogen ab ob wir CHF 250.- mit dem Bus oder mit einem Privaten Security für CHF 1’500.- für ca. 186 km von Mount Hagen nach Madang über Goroka unternehmen sollten.

Einer der Hotel-Security holte uns am nächsten Tag direkt mit dem Bus ab und begleitete uns, zusammen mit dem Fahrer und dem Besitzer des Busses, damit wir mit dem Gepäck nicht ausserhalb der Hotel-Gefängnis Mauern gehen mussten…

Hotel von Innen

Die Busstation, wie ein Kriegsgebiet. Bis an die Zähne bewaffnete Polizisten, Besoffene und Drogenverseuchte Menschen, aber auch die aggressive Stimmung gegen alles und jeden, liessen uns sehr nachdenklich werden.

Busfahrer vorne rechts, der Geldeintreiber in der Mitte und unser besorgte Freund der uns zur Busstation brachte.

Um ca. 08.30 Uhr sind wir eingestiegen und da sassen wir nun. Auf eindringliche Empfehlung, auch vom Fahrer, verliessen wir den Bus nicht mehr bis zur Abfahrt.

Busstation von Mount Hagen

Um ca. 12:30 Uhr, nachdem sich nun der Bus nach Madang ganz gefüllt hatte, fuhren wir los. Etwas erleichtert: Endlich ging es los! Nach unserer Berechnung müssten die 480 km in ca. 8 Std zu schaffen sein… dachten wir…

Bilder einer Busstation von Unterwegs

Ein Personentransport um ca. 22:00 Uhr auf einem Busparkplatz

Wir wurden von allen Seiten angesprochen, woher wir denn sind, was wir in PNG wollen und wohin die Reise geht. So haben sich, was ja eigentlich noch spannend ist, alle im Bus bei uns vorgestellt.

Plötzlich ein Geschrei im Bus. Schei…… ein Wall aus Erde und Stein auf der Strasse. Ich dachte an einen Erdrutsch, das war es aber nicht. Strassenräuber hatten eine Barrikade erstellt und erpressten Geld von uns allen im Bus. Dieses Szenario erlebten wir dann noch zweimal. Davon einmal mit Pistolen…

Im weiteren kamen dann noch zwei Polizeikontrollen dazu. Alle mussten aus dem Bus, nur wir durften drin blieben. Die Polizei war schwer bewaffnet und ich denke die Jungs würden keinen Moment zögern…

Die Strasse ist in einem sehr schlechten Zustand, Löcher von 3m Durchmesser, Asphalt der über weite Teile nicht mehr vorhanden war und überschwemmte oder weggeschwemmte Strassenstücke, die der Bus nur mit Anlauf oder mit Einsatz von mitgebrachten Holzbalken überwinden konnte.

Die Reifenpanne um ca. 00:30 Uhr war dann noch der Höhepunkt… aber nach vereinten Kräften ging es dann flott und ohne weitere Zwischenfälle Richtung Madang.

Radwechsel mitten in der Nacht

Um ca. 02.30 Uhr lagen wir im vorab organisierten Hotelbett und waren froh, die kühnsten oder gefährlichsten 186km unseres Lebens überlebt zu haben.

7 Antworten auf “Papua-Neuguinea”

  1. Wir wünschen euch nur viel ,viel Glück und viele Schutzengel dass ihr aus dieser Gegend wieder heil raus kommt,Lieber Adi und Partnerin passt auf,liebi Grüess Theo und Heidy .

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  2. Ciao Adrian
    Hoi Vanessa
    Schön zu lesen das es euch gut geht und Du uns daran teilhaben lässt.
    Deine Bilder, Eindrücke und Art des Schreibens sind faszinierend und bereichern. Danke tussig….
    „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben“ (Alexander von Humboldt).
    Da es ja einmal mehr wieder gut ausgegangen ist, ist es eine Reise voll nach deinem Geschmack. Wir freuen uns schon jetzt deine leuchtenden Augen zu sehen, deinen Erzählungen und Gestikulierungen beiwohnen zu dürfen.
    Möchets gut, händ sorg und lönd üchi Abentür uf de Zonge vergo. Chond gut, denn Du hesch die bescht Waffe vo der Wält, dies Mundwärk und Instinkt.
    Grüss Diego und Marietta

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  3. OMG… das tönt ja echt alles sehr abenteuerlich & gefährlich und ist wohl eine Reise von der ihr noch lange erzählen werdet! Schaut zu, dass die nächsten Stories vom entspannten Tauchen in wunderschönen Gewässern handelt & wir uns alle keine Sorgen um Euch machen müssen ;)) (zum Glück haben sie euch nicht auch noch die Smartphones abgenommen, so gibts weiterhin Neuigkeiten von euch!) Passt gut auf Euch auf, Umarmung 4C

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  4. “Wenn Einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. “ ……..so sagt man.
    Wönsche Euch velle schöni Gschichte wo er Dehei chönd verzelle.
    Hend Sorg !!
    😘Anita

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  5. Hoi Vanessa und Adrian, sagenhafte Bilder Wouw herzlichen dank.
    und wie Du es beschreibst mann kann sich gleich reinfühlen.

    Passt auf Euch auf.

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Urs

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