Japan Teil 2/2

Fähre / die Überfahrt von Beppu nach Osaka

Fähre Beppu – Osaka

Es hatte nur noch 8 Betten-Zimmer aber das war mir egal, da ich eh wenig schlafen würde. Die höfliche Dame am Desk hatte mir dieses Zimmer mit einem Augenzwinkern empfohlen.

Eigentlich wollte ich ja ein Einzelzimmer buchen, aber auf ihre Empfehlung hin buchte ich dann das Mehrbettzimmer und siehe da, ich war im 8er Schlag ganz alleine.

Eine sehr ruhige Fahrt wurde mir dann zu Teil und ich schlief dann doch ca. 8 Std felsenfest und ohne Geschnarche um mich herum.

Auch so hätte ich noch nächtigen können, war mir dann aber zu viel:
*Mein* 8er-Schlag ;-)) 

Osaka

Osaka war eigentlich nicht auf meinem Reiseplan. Als ich mich in Beppu aber dann entschied die Fähre für einen Teil meiner Japan-Reise zu buchen ergriff ich die Gelegenheit und schwenkte um.

 Am Morgen des 18.2. um 06.30 Uhr spuckte mich die Fähre pünktlich im Hafen von Osaka wieder aus. So, nun war ich wieder mit meinen ca. 20kg Gepäck am Rücken unterwegs. 

Nur hatte ich bis anhin immer Downtown gebucht bzw. wurde von der Bahn jeweils direkt in das Zentrum der anvisierten Stadt befördert.  Also schleppte ich meinen Backpack durch die breiten Röhren der Osaka-U-Bahn. 

Ohne Umschweife und mit viel händischer Verständigung, zusammen mit der App «Maps.me», dem Stadtplan und Bildern kam ich mitten in Osaka wieder an die Oberfläche. Ganz wichtig: Der Rail-Pass gilt nicht für U-Bahn Fahrten…

Die Bilder von Osaka sprechen eine eigene Sprache. Für mich eine wunderschöne und saubere Stadt. Zuvorkommende Menschen und viel verschiedenes zu besichtigen. Parks, Schlösser Lichtinspirationen und und und

Kinderfriedhof – Diese Kinder werden niemals frieren.

Schloss von Osaka

Tokyo

Ich entschloss mich eine Nacht in Osaka zu verbringen und dann nach Tokyo, der ultimativen Grossstadt, zu reisen. Ehrliche gesagt war das ein Fehler: Zwei Nächte Osaka und eine Nacht in  Tokyo wären besser gewesen.

Wiederum mit dem Superzug in gerademal 2.20 Std. fuhr ich die 550km in die Peripherie von Tokyo bzw. ich stieg in Takanawa Station aus. Eine Station vor Downtown.

Himmel, A..sch und Zwirn ich war schon mittendrin. Ich gebe es zu, nach 9 Tagen Japan ist das alles mittlerweile ganz cool… Ich verschaffte mir ein Hotelzimmer natürlich wieder in einem APA-Hotel und war schon nach ca. 30 Minuten wieder auf der Piste. Vieles kann man besichtigen. 

Tokyo muss man gesehen haben! Alleine schon die immensen Dimensionen, die jede Stadt in der ich jemals war, um Längen schlägt. Angefangen von LA über Singapur, Gito oder Paris, Frankfurt, Hamburg oder oder oder. Alle nicht vergleichbar. Massiv grösser und eine einmalige Sauberkeit…

Erklärung zur Grösse Tokyo

Den Zweiten bzw. Dritten- und Abreisetag verbrachte ich mit mir… hmm klingt komisch ist aber wahr. Als ich am Donnerstag auf dem Weg zum Flughafen noch Zeit hatte, hielt ich nochmals in der Innenstadt und schlenderte durch die Strassen dieser anonymen Stadt. 

Ich fragte mich, was passieren würde wenn ich einen Herzanfall oder etwas ähnliches erleiden würde… Würde ich von diesen Menschenmassen ignoriert oder würde mir jemand helfen? Gesagt, getan. Mich kannte ja niemand, also konnte ich dieser Frage nachgehen und startete meinen Feldversuch.

Also strauchelte ich, hielt mich an einem Geländer und liess mich zu Boden fallen. Mitten auf das breite Trottoire. Ich schützte meinen Kopf und wartete. Ich lag bestimmt 30 Sekunden da und… nichts. Ich schätze, dass sich in diesen paar Sekunden ca. 200 Menschen links und rechts an mir vorbei drückten und zwängten, aber keiner machte auch nur die Andeutung mir zu helfen oder zumindest zu fragen…. Ich schleppte mich zu einem Geländer und richtete mich auf. 

Ja liebe Leserinnen und Leser, ich wurde darum gebeten, Japan nicht über Tokyo zu definieren.. Warum, habe ich nach meinen knapp 3 Tagen in der gigantischen Metropole begriffen.

Wissenswertes  

Kultur

Japan lebt eine wunderbare und traditionelle Kultur. In der Moderne wie auch in der Geschichte. Ein Land das sich durch Kriege und strake Konkurrenz in allen Belangen behaupten kann. Dadurch, dass Japan das 4 grösste Inselreich der Welt ist lebten sie lange Zeit abgeschottet und konnten sich gerade dadurch zu einer eigenständigen und einmaligen Kultur über Jahrtausende entwickeln,

Karaoke ist Volkssport Nummer eins

Kunst

In Japan ist alles Kunst. Ich hatte auf meiner Reise den Eindruck, dass die Japaner Kunst in der DNA haben. In jedem Tower oder an jeder Strassenecke, ja sogar in jedem Hausflur kannst du Kunst bewundern.

Jede Stadt hat die eigenen Schachtdeckel

 Essen/Trinken

Die Japaner haben alles, wirklich alles an Food. Du musst weder auf gutes Brot, noch auf Käse (auch aus der Schweiz) verzichten. Mit Geld ist alles möglich. Ein gutes Beef aus Kobe, ein Glas Wein aus Spanien und als Vorspeise Teigwaren aus japanischer Produktion mit italienischem Groove, alles da. 

Aber auch einheimische Kost ist nicht zu verachten. Ich habe mich ausschliesslich von japanischen Köstlichkeiten ernährt. Von richtig feiner Schokolade über Fischgerichte bis zum legendären Sushi… alles köstlich! Auch japanischen Wein gibt es, aber die degustierten japanischen Weine ziehen stark am Unterhemd….

Salatanbau mitten in Osaka

Die gestressten Japaner ernähren ich jedoch zu einem grossen Teil von Automatenfood. Vom heissen Morgenkaffe über heisse Schokoladenmilch bis zur warmen Nudelsuppe gibt es alles aus dem Automaten. In Japan stehen ca. 1,3 Mio solche Automaten.

 

Technik

Immer und überall WiFi. Ich bin schon viel gereist, aber ein so schnelles Internet habe ich noch nie angetroffen und alles frei verfügbar. Im Zug, im Flughafen, auf der Strasse – ob in Hiroshima oder Beppu, immer online. Auch die Infos am Flughafen kommen direkt und sofort: Bei Eingabe deiner Flugnummer schreibt dir eine Person ein SMS zurück. 

Sie helfen wo sie können, aber online musst du sein. Ohne Smartphone in Japan hast du keine Chance. 

Aber auch die guten alten Zeiten sind noch da. Meine Ausrüstung in Bebbu in meinem Hostel.. Aber WiFi hatte ich dennoch vom Feinsten.

Im Tokyo Tower spricht dich ein Roboter an und unterhält dich während du auf den Lift wartest. Auch das ist Japan..

 

Ob du in einem Bahnhof WC oder im Stadtzentrum auf den Thron musst, jedes WC hat Po-Dusche… herrlich und sehr luxuriös… 

Der Wille zur technischen Weltmacht ist immer und überall spürbar und wird auch gelebt. Jeder, wirkliche jeder von sehr jung bis sehr alt hängt am Smartphone. Schon fast beängstigend. Praktisch jedes Restaurant hat für jeden Sitzplatz eine Stromdose, damit jeder sein Phone wieder laden kann und ja nichts verpasst. 

Sprache

Was mich bis zum Schluss irritiert hat ist, dass die Japaner keine Fremdsprachen sprechen. Ob in der Auskunft, in der U-Bahn oder im Rail-Pass-Büro. Es können nur sehr wenige Englisch oder eine andere Fremdsprache. Ach ja, Fremdsprache Nr. 1 für Japaner ist Englisch und Nr. 2 ist Deutsch. Ich vermute dass hat mit der Vergangenheit zu tun… 

Verhalten

Bei jeder Gelegenheit nicken oder verneigen sich die Japaner. Mach das auch und du wirst viel näher bedient und auch geachtet. 

. Japaner sind schüchtern und würden dir nie zu Nahe treten

. Anonymität ist ganz tief verankert

Geld/ Preisee 

Japan ist nicht teuer aber auch nicht günstig. Mit CHF 100.- pro Tag inkl. Übernachtung kannst du in Japan gut überleben. 

Willst du aber bei Tully’s Coffee (die japanische Antwort auf Starbucks) einen Kaffe trinken, oder hast du Lust auf ein Stück Fleisch, wird es sofort teuer.

Jen 100./ CHF 1.- 

Hotel

Alle Hotels die ich besuchte waren sehr sauber und gepflegt. Japanisch halt. Die Betten, die Duschen und selbst die Zimmer inklusive Mobiliar sind für Japaner gebaut. Also verwundere dich nicht in einem zu kleinen Zimmer mit einem zu kleinen Bett nächtigen zu müssen. Die APA Kette kann ich sehr empfehlen. 

Sauberkeit

Ein Land der Superlativen. Ein fleissiges Volk. Die Japaner sind stolz auf ihr Land und wollen es auf jede Art und Weise sauber halten. In der Öffentlichkeit darf nicht geraucht werden. Dafür gibt es in jeder Stadt Smoking-Area’s. Abfalleimer sind gut versteckt… 

Sicherheit

Ich habe mich zu jeder Tages und Nachtzeit sehr sicher gefühlt. Japan ist so sicher wie die Schweiz. Mörder, Diebe, Vergewaltiger und sonstige Verbrecher werden öffentlich ausgeschrieben und wie im wilden Westen gesucht – mit hohen Belohnungen. Und die Strafjustiz ist nicht zimperlich… Da gäbe es für die Schweiz noch Potential 😉

Solange du Geld hast, ist alles in Ordnung. Immer etwas Bargeld und Visa. Wie in der Schweiz. 

Setzt du dich zu lange auf einen Stein oder lehnst dich an ein Geländer, so wirst du mitten in der Stadt zurechtgewiesen. Öffentliches Rauchen oder Essen ist, wie in Singapur, untersagt. Mit dem Unterschied, dass Japan noch keine Strafen verhängt. 

Das Land der Superlativen ist aus meiner Sicht für die Zukunft und für die Digitalisierung gerüstet. Und mit ihrer Uralten Kultur und Gesschichte schlägt Japan alle…

Schau es dir an und mach dir über das Land des «Lächelns» (welches ich übrigens sehr vermisste) selber ein Bild. 

Die Japaner sind von sich, sehr überzeugt und ein imperialistisches Gefühl kommt auf, wenn man über den Imperialplatz im Zentrum von Tokyo läuft.

Rundumsicht auf dem Imperialplatz. Wohnsitz des Kaisers in Tokyo
Die Aussicht des Kaisers
Absperrung auf dem Imperialplatz
Die privaten Gemäuer das Kaisers

 

Japan Resümee 

Die Japaner freuen sich wenn man sie besucht. Ein sehr fleissiges Volk von unermüdlichen Arbeitern. Unermüdlich in allem. Alle Städte glänzen, sind beinahe klinisch sauber und ohne jeden Makel. Treppengeländer oder Handläufe werden täglich geputzt, egal wo sie sich befinden. In jeder Stadt und jedem Ort. Sauberkeit ist oberstes Gebot, hat man das Gefühl. Angst oder Drohkulissen gibt es schlicht keine. Alles ist geregelt. Keiner geht bei rot über die Strasse. Rauchen in der Öffentlichkeit gibt es praktisch nicht. Essen oder trinken in einer Gartenbeiz…. Fehlanzeige. 

Ja, es ist alles Clean und so sauber, dass man fast Angst hat auf einen Parkbank zu sitzen und etwas zu essen. 

Ob Bananen oder Orangen, alles ist in Plastiksäcke verpackt. Für mich ist diese Cleanomanie auch mit den von vielen Japanern getragenen Mundschutz zu erklären. 

Ein einzigartiges Volk mit wunderbaren, aber auch auf den ersten Blick nicht ganz verständliche, Eigenschaften. Die überschwängliche Freundlichkeit verursacht ab und zu schon fast Angst… oder verunsichert mehr als es nutzt. 

Gegessen wird in der Box. Ja, living in de Box.. könnte aus Japan kommen. Die Leute essen im Restaurant und schauen an die Wand…

 

Und zu guter Letzt

Japan und die Japaner habe alles im Griff. Mir hat Japan gut gefallen. Ich werde Japan bestimmt wider besuchen..

2 Antworten auf “Japan Teil 2/2”

  1. Lieber Adrian,
    das klingt alles überaus interessant und bringt mir die Japaner, die ich in München als Touristen erlebe, ein Stück näher…wünsche Dir noch weiter
    angenehme und schöne Reise…
    Herzliche Grüße
    Christine

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  2. Hallo Adrian fantastisch deine Reiseberichte man kannrichtig mitreisen richtig exklusiv einfach toll warst du auch beim Schrein von andi hug.“ich vermisse dich und deine Telefone Bei mir ist soweit alles ok,deine Töchter sind ganz einfach grossartig du kannst stolz sein am Mittwoch habe ich den Test zum weiterhin Autofahren um 9uhr und um11 bekomme ich im paraplegiker wieder spritzen diesmal werden die Nervenenden verschweisst bis zum nächsten mal alles liebe und bleib gesund und weiterhinerlebnisshungrig ganz viele Grüsse mamme und en Riese Umarmung >

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